Mission 2030: Schülerinnen und Schüler erleben Nachhaltigkeit aus globaler und lokaler Perspektive
Wie hängen Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung zusammen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler des Katharinen-Gymnasiums und des Reuchlin-Gymnasiums Ingolstadt im Rahmen des Bildungsangebots „Mission 2030“ im Stadtmuseum Ingolstadt.
Die Veranstaltungsreihe wurde von der Stabsstelle Nachhaltigkeit der Stadt Ingolstadt gemeinsam mit der Technischen Hochschule Ingolstadt (THI) und der Audi Stiftung für Umwelt angeboten. Ziel war es, Jugendlichen die globalen Herausforderungen näherzubringen und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie nachhaltiges Handeln im Alltag und in der Gesellschaft gestaltet werden kann.
Den Auftakt bildete der Workshop „(Un-)freiwillig nachhaltig? Klimafreundliche Lebensstile als Gerechtigkeitsfrage“ des ForTraNN der Technischen Hochschule Ingolstadt. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Rolle soziale Voraussetzungen für nachhaltige Lebensweisen spielen.
In einem interaktiven Planspiel versetzten sich die Schülerinnen und Schüler in die Lebenssituation unterschiedlicher Haushalte mit verschiedenen Einkommensverhältnissen. Nach Abzug unvermeidbarer Ausgaben wie Infrastruktur und Versicherungen entschieden die Schüler/-innen, wie sie ihr verfügbares Budget einsetzen würden. Dabei wurde erfahrbar, dass finanzielle Möglichkeiten einen entscheidenden Einfluss darauf haben können, welche Entscheidungen im Alltag getroffen werden können.
Aufbauend darauf diskutierten die Teilnehmenden die Zusammenhänge zwischen Klimakrise, Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit. Sie beschäftigten sich mit der Frage, warum klimafreundliches Handeln nicht nur eine individuelle Entscheidung ist, sondern auch von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst wird.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den eigenen Handlungsmöglichkeiten. Ausgehend vom Konzept des ökologischen Fußabdrucks und des ökologischen Handabdrucks entwickelten die Schülerinnen und Schüler Ideen, wie sie selbst Veränderungen anstoßen können, beispielsweise im schulischen Umfeld. Dabei wurde deutlich, dass nachhaltige Entwicklung nicht nur durch individuelle Entscheidungen, sondern auch durch gemeinsames Engagement und gesellschaftliche Veränderungen vorangebracht werden kann.
Anschließend stellte die Audi Stiftung für Umwelt das Praxisprojekt „Nunam“ vor. Es zeigt, wie ökologische Innovation und soziale Entwicklung miteinander verbunden werden können. Dabei erhalten ausgediente Batterien aus Audi e-tron-Fahrzeugen ein zweites Leben: Als sogenannte Second-Life-Batterien speichern sie Solarstrom, der später zum Laden elektrischer Rikschas in Indien genutzt wird.
Neben dem Umweltaspekt steht auch die soziale Wirkung des Projekts im Mittelpunkt. Die elektrischen Rikschas unterstützen Frauen in ländlichen Regionen dabei, ihre selbst produzierten Waren eigenständig zu Märkten zu transportieren. Dadurch werden neue Möglichkeiten für wirtschaftliche Unabhängigkeit, Teilhabe und bessere Lebensperspektiven geschaffen.
Zum Abschluss besuchten die Schülerinnen und Schüler die interaktive Sonderausstellung „Mission 2030 – Globale Ziele erleben“, die derzeit bis 31. Oktober 2026 im Stadtmuseum Ingolstadt besucht werden kann.
Mit dem Angebot „Mission 2030“ erhielten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Nachhaltigkeit ganzheitlich zu betrachten. Angefangen von gesellschaftlichen Herausforderungen über innovative Lösungsansätze bis hin zum eigenen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung.
Mission 2030 auf einen Blick“:
Die von Plan International Deutschland entwickelte Ausstellung vermittelt die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) anhand verschiedener Länder und Lebensrealitäten.
An neun interaktiven Stationen können globale Zusammenhänge entdeckt werden und die Besucher können sich mit Themen wie Klimaschutz, Bildung, Gesundheit, sozialer Gerechtigkeit und nachhaltiger Entwicklung auseinandersetzen. Die Ausstellung regt dazu an, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und eigene Handlungsmöglichkeiten für eine nachhaltigere Zukunft zu reflektieren.
Informationen zur Ausstellung und den Öffnungszeiten finden Sie auf der Homepage des Zentrum Stadtgeschichte.
Fotos: Sabrina Wobker / Stadt Ingolstadt
