Politik hautnah erleben: Ingolstädter Gymnasien simulieren EU-Klimapolitik
Drei Ingolstädter Gymnasien kamen im großen Sitzungssaal zusammen, um im Rahmen einer zweitägigen Politiksimulation die Klimapolitik der Europäischen Union nachzuspielen. Unter dem Motto „Politik erleben“ erhielten die Schülerinnen und Schüler einen praxisnahen Einblick in politische Entscheidungsprozesse.
Die rund 44 Teilnehmenden schlüpften dabei in die Rollen von Europaabgeordneten, Kommissionsmitgliedern und Presse Mitarbeitern. Passend gekleidet, wie „echte“ Politiker fiel es ihnen leichter, sich in ihre Rollen hineinzuversetzen, berichtete Philipp Glossner vom Katharinen-Gymnasium. Sowohl im großen Sitzungssaal als auch im kleinen Sitzungssaal herrschte eine engagierte und lebendige politische Atmosphäre.
Nach der Begrüßung durch die zweite Bürgermeisterin Frau Dr. Deneke-Stoll, folgte eine Einführung durch die begleitenden Leiter der Akademie für politische Bildung, Herrn Hummel und Frau Reutter. Das Planspiel war in drei Phasen gegliedert. Zunächst erhielten die Teilnehmenden im sogenannten Briefing grundlegende Informationen zum Gesetzgebungsverfahren der EU, unterstützt durch einen kurzen Film. Ein anschließendes Kahoot-Quiz diente dazu, bereits vorhandenes Wissen zu aktivieren.
In der zweiten Phase, der Simulation, wurde zunächst eine Parlamentspräsidentin aus der Mitte der Teilnehmenden gewählt. Anschließend begannen die Fraktionen des Europäischen Parlaments mit ihren ersten Reden und Diskussionen. Dabei wurde engagiert debattiert, nicht immer einig, sodass die Präsidentin gelegentlich für Ordnung sorgen musste.
Im Mittelpunkt stand das Ziel, Europa bis zum Jahr 2027 zu 55 Prozent klimafreundlicher zu gestalten (ausgehend vom Spieljahr 2023). In der ersten Lesung wurden die Gesetzesentwürfe der Fraktionen vorgestellt, diskutiert und schließlich abgestimmt. Zusätzliche Unterstützung erhielten die Abgeordneten durch die Europäische Kommission, die ebenfalls von Schülerinnen und Schülern dargestellt wurde und Fragen beantwortete sowie Inhalte erläuterte. Auch verschiedene Organisationen, verkörpert von Lehrkräften, brachten ihre Perspektiven in die Debatte ein.
Am zweiten Tag folgte die zweite Lesung, in der die überarbeiteten Entwürfe erneut beraten wurden. Abschließend kam es zur Abstimmung über das Gesamtpaket an Maßnahmen zur Verbesserung der Klimafreundlichkeit Europas.
In der abschließenden Phase, dem sogenannten Debriefing, wurden die Jugendlichen zurück in die Realität geholt. Eine kurze Reflexionsrunde diente dabei als „Realitätscheck“ und bot Raum, die gemachten Erfahrungen zu reflektieren.
Das Planspiel erreichte damit seine Ziele: Die Teilnehmenden konnten Gesetzgebungsprozesse besser verstehen, politisches Handeln selbst erleben und die Komplexität des Klimaschutzes nachvollziehen und dabei kam auch der Spaß nicht zu kurz.
© Stadt Ingolstadt/Wobker
